Stadtordnungsdienst legt Analyse zu Beißunfällen vor
Zahl der registrierten Angriffe hat sich verdoppelt Die Gefahr eines Hundebisses ist auf den Fußwegen am größten Von Matthias Fricke
Insgesamt 54 Beißvorfälle sind dem Stadtordnungsdienst im vergangenen Jahr gemeldet worden. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr ( 23 ) damit auf über das Doppelte an. 25 Menschen wurden verletzt und 29-mal andere Hunde angegriffen.
Eine weitere Analyse des Stadtordnungsdienstes ergab : Die meisten Beißvorfälle passieren auf dem Gehweg. In 14 Fällen waren die Hunde angeleint, aber offensichtlich nicht genügend unter der Kontrolle des Halters.
Magdeburg. Eine Analyse der beim Stadtordnungsdienst angezeigten „ Beißvorfälle „ des vergangenen Jahres hat ergeben, dass vor allem junge Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren ihre Hunde nicht genügend unter Kontrolle hatten. Ihnen folgt die Altersgruppe der 30-bis 40-Jährigen.
Die meisten Angriffe auf Hunde oder Menschen gab es in Olvenstedt und Stadtfeld. „ Ansonsten sind diese Fälle auf die ganze Stadt verteilt „, erklärt Stadtordnungsdienstchef Gerd vom Baur.
Hauptpunkt sei für ihn die Tatsache, dass 14 von 25 Beißunfällen mit Personenschaden durch angeleinte Tiere auf dem Gehweg passierten. Das sind sogar über die Hälfte der Beißattacken in diesem Bereich. Seine Vermutung : Offensichtlich hatten die Halter ihre Tiere trotz Leine nicht genügend unter Kontrolle. „ Bei diesen hohen Zahlen müssen wir uns natürlich über ergänzende Vorschriften Gedanken machen, wie Hunde auf öffentlichen Gehwegen sicherer zu führen sind. So geht es jedenfalls nicht weiter „, kommentiert der Stadtordnungsdienstchef.
Zumal nach seinen Beobachtungen viele Halter bereits den Leinenzwang auf Gehwegen und Straßen annehmen. Akute Schwierigkeiten gebe es da eher noch in den öffentlichen Grünanlagen. Der Klosterbergegarten sei zum Beispiel ein Schwerpunkt. Hier haben die Stadtordner im vergangenen Jahr dutzendfach uneinsichtige Hundehalter mit Ordnungsgeldern verwarnt. Im Regelfall kostet das den Hundeführer zwischen 15 und 35 Euro. Das kann im Wiederholungsfall aber noch teurer werden und sogar zur Wegnahme des Tieres führen. Dies hatte der Stadtordnungsdienst im vergangenen Jahr in 24 Fällen durchgesetzt.
Die häufigsten Verstöße gab es im Bereich Buckau mit dem Klosterbergarten, Stadtfeld mit der Goetheanlage als Schwerpunkt und der Bahnhofsvorplatz mit 17 registrierten Verstößen gegen die Leinenpfl icht in erster Linie durch Punks als Hundehalter. Bei der Durchsetzung der Anleinpflicht gab es im August vergangenen Jahres sogar Ausschreitungen bei denen es 25 Platzverweise und drei Festnahmen gab. Vier Stadtordner hatten versucht, die 25 Punks zum Anleinen ihrer zwölf Hunde zu bewegen. Dem kamen die Jugendlichen erst nach Personalienaufnahme und weiterer Polizeiunterstützung nach. Dass die Zahl der Sicherstellungen von Hunden mit 24 im vergangenen Jahr, 31 im Jahr 2005 und 44 im Jahr 2004 rückläufig ist, hat übrigens nichts mit der zunehmenden Zurückhaltung des Stadtordnungsdienstes zu tun. Es hängt vielmehr mit einer Ermahnung der Landesverwaltung zusammen. Danach sollen vor den Sicherstellungen eher Ordnungsverfügungen ausgesprochen werden.
Diese stiegen im gleichen Zeitraum von 31 im Jahr 2004, auf 38 im Jahr 2005 und auf 62 im vergangenen Jahr. Meist werden diese gesonderten „ Auflagen „ ( z. B. Generelle Maulkorbpflicht ) bei erkennbarem Vorsatz und Wiederholungsfällen erteilt. Verstöße gegen die Auflagen können mit bis zu 2000 Euro oder der Wegnahme des Hundes geahndet werden.
Belästigungen durch Hunde wurden in 16 Fällen gemeldet. „ Da gab es sicher noch mehr, aber wir können natürlich nur diese Fälle aufnehmen, die uns bekannt sind „, erklärt Gerd vom Baur. Auch bei den Hundebissen gegen andere Tiere sieht er eine hohe Dunkelziffer.
In 41 Fällen sind die Ordnungshüter Verstößen gegen die Hundesteuersatzung nachgegangen. 66 Halter wurden auf ihre Pflicht zur Kotbeseitigung auf öffentlicher Straße hingewiesen und mit einem Ordnungsgeld zwischen 15 und 35 Euro verwarnt. 19-mal mussten die Beamten die Vierbeiner und ihre Halter von einem öffentlichen Spielplatz verscheuchen. Jeweils wurden hier sogar 100 Euro Bußgeld fällig.
TYPISCH DEUTSCH!! ICH WILL HIER RAUS! Würd mich mal interessieren, wieviele Leute damit insgesamt beschäftigt waren, bis diese wichtigen Zahlen zusammengefügt werden konnten. Haben die da sonst nichts zu tun? Arbeitslosenquote von 17,3 %